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	<title>BVL Österreich Archive - Wochenzeitung Verkehr</title>
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	<title>BVL Österreich Archive - Wochenzeitung Verkehr</title>
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		<title>„Die Logistik will Planbarkeit und Kooperation“</title>
		<link>https://www.verkehr.co.at/die-logistik-will-planbarkeit-und-kooperation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[beganovic]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 05:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standort]]></category>
		<category><![CDATA[BVL Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Event]]></category>
		<category><![CDATA[Logistik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 15. Niederösterreichischen Logistik Tag können Teilnehmer bestehende Verbindungen vertiefen, neue Partnerschaften knüpfen und sich bei Vorträgen von Experten inspirieren lassen, sagt Wolfgang Kubesch, Geschäftsführer der BVL Österreich.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/die-logistik-will-planbarkeit-und-kooperation/">„Die Logistik will Planbarkeit und Kooperation“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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<p>Weder die Alpenrepublik noch die Eurozone können vorerst wirtschaftlich aus dem Vollen schöpfen. Permanente Unsicherheiten, wie beispielsweise in den Bereichen Auflagen und Abgaben, machen den Wettbewerb in fordernder Weise unübersichtlich. Die Logistik aber will eine positive Planbarkeit. Wolfgang Kubesch, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Logistik Österreich (BVL), spricht vor dem Hintergrund des bevorstehenden Top-Events mögliche Auswege aus bürokratischen Irrgärten an.</p>



<p><strong>Kurz vor der Weihnachtszeit bleibt die wirtschaftliche Lage in Österreich angespannt. Müssen Unternehmen auf harte Einschnitte vorbereitet sein?</strong></p>



<p>Der erste Schritt besteht darin, Potenziale nicht nur zu erkennen, sondern sie auch entschlossen zu nutzen. Österreich ist dabei keineswegs chancenlos – doch vielerorts fehlt der Wille, vorhandene Ressourcen im eigenen Land zu aktivieren. Statt nach innen zu investieren, setzt man häufig auf äußere Abhängigkeiten, die langfristig unsere Handlungsspielräume einengen. Diese Diskussion wird zwar regelmäßig in Sonntagsreden geführt, doch selten folgt ihr konkretes Handeln. Nachhaltige Wirtschaftspolitik bedeutet jedoch, eigene Stärken zu fördern, bevor man neue Schwächen importiert. Auch dem heimischen Tourismussektor droht Ungemach, denn die Natur reagiert auf alte Muster, und ihre Signale sind unübersehbar.</p>



<p>Aber schauen wir nach vorne! Am 15. Niederösterreichischen Logistik Tag bündeln wir die Kräfte mit Partnern wie der WK NÖ, dem Flughafen Wien sowie dem Rhenus Donauhafen Krems und dem Hafen Wien als Infrastrukturbetreiber. Ein über mehrere Sektoren greifendes Zusammenarbeiten macht gerade jetzt besonders Sinn. Aus dem Energiesektor ist die EVN mit an Bord, und die Österreichische Post wird ebenso einen spannenden Input leisten.</p>



<p>Solche vielschichtigen Vernetzungen sind für die Logistik essenziell, nicht nur über den Tellerrand zu blicken, sondern über die Grenzen hinaus zu denken. Wir sehen das exemplarisch am European Shippers&#8217; Council (ESC), einer dynamischen, etablierten Schnittstelle, die direkt mit den entscheidenden Institutionen auf EU-Ebene (Kommission, Rat und Parlament) verbunden ist. Das ESC engagiert sich besonders für Handel und Industrie. Mit Roman Stiftner stellt Österreich den Präsidenten dieser bedeutsamen Organisation. Österreich ist hier in einer Führungsposition – im Herzen der europäischen Logistik.</p>



<p><strong>Ein „Zusammenrücken auf internationaler Ebene“ also? </strong></p>



<p>Ohne sorgsame Pflege von Netzwerken ist es für jeden Wirtschaftstreibenden schwierig. Wir als BVL Österreich stehen in regem Austausch mit der BVL Deutschland, dem Logistics Summit in Düsseldorf, dem Logistik-Hub in Nordrhein-Westfalen und dem Logistik-Cluster Schwaben. In so angespannten Zeiten braucht es diese Form der Kooperation.</p>



<p><strong>Birgt das nicht das Risiko einer Verlangsamung?</strong></p>



<p>Stillstand entsteht nicht durch Dialog, sondern durch fehlende Richtung. Der entscheidende Punkt ist daher, nachhaltige Strategien zu entwickeln. Alles Überflüssige muss aus Routinevorgängen gestrichen werden. Aus Mut zum Handeln, kombiniert mit langfristiger Strategie und internationalem Mindset, kann positive Veränderung entstehen. Nicht ohne Grund stehen beim Event die Themenwelten „Region &amp; Perspektive“ sowie „Intelligence &amp; Innovation“ im Mittelpunkt – sie bilden das Spannungsfeld zwischen regionaler Verankerung und globalem Denken.</p>



<p>Übervorsichtiges Verschönern rein der Optik wird uns nicht weit bringen. Beim Event in Niederösterreich haben wir auch diesmal bewusst internationale Top-Player wie Toyota Material Handling und EY denkstatt vor Ort. Der Blick muss hinaus in die Welt gerichtet sein, statt in die Untiefen der Überregulierung. Und ein Leistungswille muss auch staatlich wieder fair wertgeschätzt werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/die-logistik-will-planbarkeit-und-kooperation/">„Die Logistik will Planbarkeit und Kooperation“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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		<title>„Die Logistik ist immer Teil der Lösung“</title>
		<link>https://www.verkehr.co.at/die-logistik-ist-immer-teil-der-loesung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[beganovic]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2025 04:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Standort]]></category>
		<category><![CDATA[Automotive]]></category>
		<category><![CDATA[BVL Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Logistik]]></category>
		<category><![CDATA[Steiermark]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor dem Hintergrund der schwachen Wirtschaftsprognosen für Österreich und Deutschland fragt Verkehr bei Wolfgang Kubesch, Geschäftsführer der BVL Bundesvereinigung Logistik Österreich, nach, wie mehr Logistik in dieser mauen Lage zu Erfolgen führen kann und welche Themen am 21. Oktober in Graz auf der Agenda stehen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/die-logistik-ist-immer-teil-der-loesung/">„Die Logistik ist immer Teil der Lösung“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-6824b3c811b2d928e61a6a0d1033c7a2"><strong>Seit Monaten drücken ein angespannter Markt und eine gefühlte permanente Kriegsangst auf die Stimmung, die wirtschaftlichen Prognosen sind europaweit bescheiden. Wie soll die Logistik damit umgehen?</strong></p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-fa708f9d16d18f50dc5afe80a3ded03a">Wir müssen unbedingt nach vorne schauen. Logistik ist eine friedfertige Disziplin und arbeitet am liebsten daran, etwas positiv gedeihen zu lassen. In Europa braucht es insgesamt einen gemeinsamen, festen Willen. Es beginnt schon damit, generell Potenziale zu erkennen und konsequent zu nutzen. Chancenlos ist selbst Österreich wahrlich nicht. Aber es wird beispielsweise nicht einmal versucht, vorhandene Rohstoffe im Land zu heben. Stattdessen werden Abhängigkeiten bloß in Sonntagsreden abgebaut. Zusätzlich scheint dem heimischen Tourismussektor vermehrt Ungemach zu drohen, denn die Umwelt sendet Botschaften: grüne Skipisten, verheerende Murenabgänge und partiell nicht weiter sorgenfreie Wasserversorgung – da kommen vielfältige, vor allem wirtschaftspolitische Fragen auf. Bei den staatlichen Budgets buchhalterische Kniffe zu machen, ist ja kein nachhaltiges, sanierendes Konzept! Die defensive Verfasstheit der öffentlichen Hand ist unzureichend, eine Vorbildwirkung eines echten Sparens nicht auszumachen. Ich erwähne ein paar langjährige Defizitbereiche: das Bildungssystem gleicht einer Zeitreise, ein Pensionssystem am Alterslimit befindlich, ein Gesundheitssystem als Patient. Wir befinden uns in einer Situation, in der unterm Strich immer weniger Leistung herauskommt trotz Beitragserhöhungen, es regiert die Symptombekämpfung, das ist eigentlich dreifach schlimm.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-fe6bb082f2195537bc824390e2632d26"><strong>Müssen wir uns Sorgen um die Branche machen?</strong></p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-db963511bb5b1ba1fbb5d2887f795066">Natürlich gehen die aktuellen Fehlentwicklungen mit wirtschaftlichen Engpässen nicht spurlos an der Logistik vorbei – wir sind schließlich nicht abgekoppelt vom Rest. Doch der Sektor steht resilient und stabil da. Die Logistik ist ja der Herzschlag. Sie hält letztlich alles zusammen – Tag für Tag. Daher auch unser Leitsatz als BVL: „Logistik ist Leben“. Gleichzeitig möchte ich betonen: Leistungsträger sollten nicht weiter belastet werden, eher im Gegenteil. Und wir sind gesamthaft immer bereit, Teil der Lösung zu sein. Wären andere Bereiche so fortschrittlich oder effizient, hätten Österreich und Europa klar weniger Probleme.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-d7f96e5978c51f9ac16c775dd65ac889"><strong>Dabei hätten Unternehmen mit weniger Vorschriften mehr Luft zum Atmen.</strong></p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-02ae52133a0b87d6e1ab537a2e678752">Es ist ein Irrglaube – vor allem in Europa –, dass Gesetze und Regeln automatisch zur gewünschten Wirklichkeit führten, wie von Zauberhand. Aber Tatsachen lassen sich nicht einfach per Vorschrift verdrängen. Regeln wurden immer schon gebrochen. Und Menschen, die bewusst Normen brechen, lassen sich auch nicht allein vom erhobenen Zeigefinger von Taten abhalten. Gleichzeitig erleben wir, dass der gesetzestreue Bürger zunehmend sozusagen entmündigt wird durch eine Flutwelle an Vorschriften – dies überfordert und frustriert letztlich. Wie soll ein derart komplexes Umfeld überhaupt noch zu individueller Leistung motivieren können? Denn nur noch weiter verschachtelte Regularien wirken zumeist wie Blendgranaten, anstatt den Menschen Positives zu ermöglichen. Und noch immer wird nicht wirklich umfassend verstanden, wie dringend wir Ballast allgemein abwerfen müssen.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-b26986549f660ebf293467ba7d082928"><strong>Sie zeichnen hier ein trübes Bild. Wo sehen Sie Licht am Ende des Tunnels?</strong></p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-949c3287983c4979f131919e3eb86680">Zum Glück gibt es auch einige Lichtblicke. So ist etwa die Steiermark, wo wir am 21. Oktober den Steirischen Logistik Tag + Automotive Day 2025 veranstalten, ein Musterbeispiel, wenn es um Innovation, Hidden World Champions und First Movers geht. Ich würde sagen, dort ist fast schon ein globaler Hotspot entstanden, speziell für die Intralogistik sowie auch bei Digitalwelten. Und es ist umso wichtiger, nämlich in schwierigen Zeiten, persönlich zusammenzukommen, Potenziale dabei zu nutzen, Ideen auszutauschen.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-35f2861ab719498d69c83d5190a71f72"><strong>Was planen Sie beim Event? Welche Themen wollen Sie aufgreifen?</strong></p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-43afd186bc3fd2519ae057bf9e7027b1">Mit den Themenwelten „Regionales &amp; Perspektiven“ sowie „Intelligence &amp; Innovation“ wollen wir glänzenden Leistungen die perfekte Bühne bieten. Wir planen spannende Vorträge etwa aus den Sektoren Automotive oder Gesundheit. Außerdem haben wir diese Veranstaltung frischer dahingehend konzipiert, persönliche Vernetzung und knackige Inhalte direkter zu transportieren. Gemeinsam mit Partnern, unter anderem Energie Steiermark, Magna, Knapp, Österreichische Post und der Montanuniversität Leoben, wollen wir eine Fachtagung mit Styrian Spirit samt klarer Zuversicht ausrichten. Toyota Material Handling oder Volvo passen auf diesem Level als innovative Weltkonzerne wunderbar dazu. Top-Experts beleuchten internationale Entwicklungen, lokale Erfolgsgeschichten, aktuelle Chancen, aber auch dynamische Risiken. Mit einem neuen Fokus zur Resilienz, nämlich rund um Business Continuity Management (BCM) – exemplarisch sei hier die Gefahr von Blackouts erwähnt –, setzen wir als Benchmark des Logistiksektors einen ganz besonderen USP.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/die-logistik-ist-immer-teil-der-loesung/">„Die Logistik ist immer Teil der Lösung“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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		<title>Spielzüge der Zukunft</title>
		<link>https://www.verkehr.co.at/spielzuege-der-zukunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[beganovic]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jul 2025 08:14:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standort]]></category>
		<category><![CDATA[BVL Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Logistik]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Supply Chain]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsstandort]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum Europas Stärke in der Logistik liegt, schildert Roman Stiftner, Präsident der BVL Österreich, in seinem Kommentar. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/spielzuege-der-zukunft/">Spielzüge der Zukunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-a14e52592e92c51778518d667f985936">Logistik war lange die stille Kraft im Maschinenraum der Globalisierung – heute ist sie Europas strategische Königs-<br>disziplin. Auf dem geopolitischen Schachbrett von USA, China und EU entscheidet sich die Zukunft nicht allein durch Panzer oder Paragrafen, sondern durch Paletten, Plattformen und Präzision.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-00e1ad033a4a637b70bef0a171d92f52">Die Wurzeln der Logistik liegen tief in der Geschichte – in römischen Legionen, in Napoleons Feldzügen, in der preußischen Eisenbahn. Schon immer galt: Ohne Nachschub kein Sieg, weder militärisch noch wirtschaftlich. Doch während einst Marschverpflegung zählte, sind es heute Halbleiter, seltene Erden, grüne Energie und Datenströme. Logistik ist zum Blutkreislauf unserer Wirtschaft geworden – und zum Seismografen globaler Umbrüche. Logistik ist von der Verwaltungseinheit zur geopolitischen Währung aufgestiegen. Und Europa muss lernen, sie als solche zu spielen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-d2c4e7cffbc68a33a37a317e41a8dbfb">Unsichtbare Infrastruktur des Wohlstands</h2>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-295def535187efb0707f8422ad09809b">In den letzten fünf Jahrzehnten hat sich die Logistik leise, aber tiefgreifend transformiert. Der Container standardisierte in den 1960er-Jahren den Welthandel, die Just-in-Time-Produktion (JIT) verwandelte Lieferketten in Präzisionsmaschinen. Die moderne Logistik beginnt jedoch nicht mit Algorithmen, sondern mit einem Pieps. Genauer gesagt: mit der neuen Fähigkeit in den 1980er-Jahren, einen Barcode an der Supermarktkasse zu scannen. Damit wurde sichtbar, was zuvor im Dunkel der Lagerhallen ruhte: Umsätze, Bestände und Nachschub. Seither wurde aus Bewegung Berechnung, aus Bauchgefühl Big Data. Aus Speditionsarbeit wurde Systemwissenschaft. Heute sorgen IoT, KI und digitale Zwillinge dafür, dass Warenströme intelligent mitdenken.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-3f2f57b787e3526f297ef0e4f241a522">Diese Entwicklung hat nicht nur Lieferzeiten verkürzt und Kosten gesenkt – sie hat Märkte geöffnet, Wohlstand verteilt und die Weltwirtschaft vernetzt. Dass trotz steigender Weltbevölkerung die extreme Armut global zurückgegangen ist, ist auch ein Verdienst effizienter Versorgung. Logistik bedeutet Teilhabe.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-996551cd91474966cc2c627c6015e233">Vom „stillen Diener“ zur Schlüsseldisziplin</h2>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-810e7d1cfb5346dbec098e1e94a382ed">Napoleon bemerkte einst: „Der Amateur beschäftigt sich mit Taktik, der Profi mit dem Nachschub.“ Heute würde man ergänzen: Der Stratege mit der Lieferkette. Lange war die Logistik die stille Dienerin des Fortschritts. Doch nun, in Zeiten brüchiger Handelsabkommen, Zolldynamiken und einer Welthandelsorganisation, die eher an eine müde Schiedsrichtertruppe als an eine regelsetzende Instanz erinnert, wird klar: Wer die Lieferkette kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-5ca6e07aa92263bf38f553f63199cd6a">Europa zwischen Dame und Bauer</h2>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-fe584316e1f0993d7111263b102d7767">Die USA haben das erkannt, setzen gezielt Zölle und Exportkontrollen als Druckmittel ein und stärken ihre maritime Infrastruktur. China baut mit der Neuen Seidenstraße an seiner logistischen Weltmacht. Und Europa? Europa verliert sich in Regulierungsfragen und Investitionsvorbehalten. Während Europa noch über CO₂-Grenzwerte debattiert, sichern sich andere längst die Kontrolle über globale Wertschöpfungsketten. Die Logistik gleicht heute einem riesigen, globalen Schachspiel, bei dem zwei Spieler dominieren: die USA und China. Europa steht am Rand wie ein Schiedsrichter, der auf Fairness achtet. Manchmal wird Europa sogar in die Rolle des Bauern gedrängt. Dabei kann auch ein Bauer zur Dame werden – wenn er mutig voranzieht.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-88bcdcbd2d228e028257a7b46a7499fc">Drei Züge für Europas Comeback</h2>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-b0a4fab56c988372e42d0c418796fc7a">Europa braucht keine neuen Manifeste – sondern mutige Züge auf dem Spielfeld der Realität. Als ersten Zug braucht es eine Investitionsoffensive in die kritische Infrastruktur. Wer Container um die Welt schicken will, braucht mehr als gute Absichten. Europa braucht moderne, multimodale Verkehrsachsen – nicht nur bessere Schienen, Straßen und Wasserwege, sondern smarte Hubs und ein digitales Nervensystem, das Datenströme so intelligent steuert wie Warenströme. Ebenso gehört das Energienetz modernisiert, damit Strom dorthin fließen kann, wo Wertschöpfung entsteht und die Versorgungssicherheit stets gewährleistet ist.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-245a2db3674dabc3f3b73abf064d2d62">Als zweiten Zug braucht es Resilienz durch Eigenständigkeit. Autonome Lieferketten sind kein Luxus – sie sind Versicherung gegen politische Kurzschlüsse. Europa muss strategische Rohstoffe sichern, Recycling und Kreislaufwirtschaft hochskalieren, eigene Produktionskapazitäten ausbauen und neue, faire Handelsallianzen schließen. Europa benötigt rasch wettbewerbsfähige Energiepreise – denn Industriepolitik ohne Energiewirtschaft ist wie Schach ohne Springer: Es fehlt das bewegliche Element.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-8e2e348a954cc447cd8f537b9f6670be">Als dritten Zug braucht es echte Technologieoffenheit statt Tugendterror. Nachhaltigkeit muss mehr sein als moralisches Feigenblatt. Sie beginnt nicht mit Verboten, sondern mit Fortschritt. Europa sollte in künstliche Intelligenz (KI), emissionsfreie Antriebe, synthetische Kraftstoffe und automatisierte Prozesse investieren – nicht in Symbolpolitik. Und vor allem: in Menschen. Gesucht sind Datenarchitekten, Resilienzstrategen, Lieferketten- und KI-Ethiker. Die Talente dafür sind da – wir müssen sie nur ausbilden, halten und entfalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-fca6035794713093e4a94c3fe37e37a7">Der nächste Zug gehört uns</h2>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-386b475fcf589c6d6381c905b5e3cd71">Wie schon gesagt: Wer heute die Lieferkette kontrolliert, gestaltet morgen die Welt. Europa muss die Logistik als das erkennen, was sie längst ist: strategisches Asset, ökonomischer Verstärker und geopolitisches Werkzeug. Nicht mehr nur Mittel zum Zweck – sondern Zweck mit Mitteln. Wir stehen nicht vor einer Wand, sondern an einer Weggabelung. Und die gute Nachricht ist: Die Spielregeln sind bekannt. Die Figuren stehen bereit. Denn Logistik ist nicht nur die Kunst der Bewegung – sie ist Europas Stärke. Und sie ist bereit, zur Königsdisziplin am globalen Schachbrett zu werden. Haben wir den Mut dazu!</p>



<pre class="wp-block-preformatted has-black-color has-text-color"><br>Roman Stiftner ist Präsident der Bundesvereinigung Logistik Österreich (BVL) und Präsident des European Shippers’ Council (ESC).</pre>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/spielzuege-der-zukunft/">Spielzüge der Zukunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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