News

GSV: Güterverkehr unverzichtbar für Wohlstand in der Ostregion

Foto: GSV / ITS Vienna Region
Foto: GSV / ITS Vienna Region

Die negativen Auswirkungen müssen mit technischen und logistischen Innovationen kompensiert werden.

Die Botschaft des kompetent besetzten Podiums beim GSV Forum AnachB in Kooperation mit ITS Vienna Region zum Thema „Innovationen für den Güterverkehr in der Ostregion“ fiel eindeutig aus: Der Güterverkehr wird weiter zunehmen. Ziel muss daher sein, will man den Wohlstand der Region nicht gefährden, die negativen Auswirkungen des Güterverkehrs durch technische und logistische Innovationen zu kompensieren. Dazu wurden bei der Veranstaltung eine ganze Reihe vielversprechender Projekte und Initiativen vorgestellt.

Niederösterreichs Landesrat Ludwig Schleritzko betonte in seinen Begrüßungsworten, wie unerlässlich die Logistik für den Wirtschaftsstandort und den sozialen Frieden ist, weshalb das Land NÖ Logistik und Güterverkehr in den Mittelpunkt der inhaltlichen Arbeiten stellt. Mit der Stadt Wien arbeite man partnerschaftlich am Aktionsplan Nachhaltige Logistik 2030+ zusammen. Über den aktuellen Status dieses Planes – in den betroffenen Unternehmen intensiv eingebunden wurden – berichtete Andrea Faast, WKW: „71 Prozent aller 133 Aktionen befinden sich in Arbeit: Es wird geforscht, entwickelt, mit Unternehmen diskutiert und umgesetzt.“ Themen sind u.a. die vorausschauende Planung von Logistikflächen, sichere und effiziente Lösungen für die Paketzustellung, digitale Informationen und Services zur Effizienzsteigerung und Optimierung. Durch relevante Informationen (beste Route, Verkehrslage, Straßenzustand u.ä.) sollen Fahrtstrecken verkürzt und Leerfahrten vermieden werden.

Bei Gümore, dem Güterverkehrsmodell für die Ostregion, vorgestellt von Hans Fiby und Roland Lukesch (beide ITS Vienna Region), ist es trotz hoher Auflagen durch Datenschutzbestimmungen gelungen, die Verkehrsströme mit den beförderten Gütern darzustellen. Es zeigte sich eine gute Übereinstimmung mit den Zähldaten und, was für zu ergreifende verkehrspolitische Maßnahmen notwendig ist, die Prognosefähigkeit des Modells.

Da davon auszugehen ist, dass der Onlinehandel weiter zunehmen wird (wie Andreas Breinbauer, FH des BFI Wien, darstellte) kommt dem von Monika Unterholzner (Wiener Lokalbahnen) vorgestellten Projekt der Wiener Stadtwerke „Wien – Out Of The Box“ große praktische Bedeutung zu. Dabei geht es darum alle an der Citylogistik Beteiligten (Produzenten, Händler, Versandhandel, Zusteller, etc.) zu vernetzen und dazu zu bringen, an geeigneten Standorten (nicht aber auf öffentlichem Gut!) gemeinsam genutzte neutrale Entnahmeboxen („White Label Boxes“) aufzustellen und zu betreiben. Wodurch eine Menge von Zustellfahrten eingespart werden könnte. Der erste Standort in Wien (WIPARK Stiftsgasse) wird übrigens bereits am 5.Juli eröffnet.

Studien über den Onlinehandel würden, so Andreas Breinbauer, zeigen, dass dieser durch die Bündelung der Zustellung ökologisch besser ist als sein Ruf. Mit einem flächendeckenden Boxensystem in Ballungsgebieten könnte das weiter verbessert werden. Leider gibt es in den Ländern, wo derartige Boxensysteme bereits existieren (u.a. in China und UK) noch keine wissenschaftlich begleiteten Studien dazu. Angelika Winkler (MA 18, Stadt Wien): „Der Güterverkehr macht jedenfalls an der Stadtgrenze nicht Halt. Mit Lastenfahrrädern alleine wird man die Citylogistik nicht bewältigen!“ Karin Zipperer (VOR) wies darauf hin, dass bei der Verteilungslogistik durchaus Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. Personen- und Güterverkehr müssen zudem immer gemeinsam betrachtet werden. Die Kapazitäten auf der Schiene seien jedenfalls heute bereits sehr knapp.

Ein Grund mehr „das, was wir an Verkehrsinfrastruktur haben, effizienter zu nutzen“, plädiert Christian Popp (Land Niederösterreich). „Dann reichen vielleicht die vorhandenen Ressourcen!“
Mario Rohracher, Generalsekretär der GSV und Moderator des Forums, merkt abschließend an, dass sich anhand der Analyse der Güterverkehrsströme durch GÜMORE u.a. die Dringlichkeit einer geschlossenen Wien-Umfahrung zeige, um die Stadt verkehrlich zu entlasten. Insgesamt sei die Leistung der Logistikbranche nicht hoch genug einzuschätzen und auch der Lkw werde weiterhin einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, gerade auch unter dem Vorzeichen des Einsatzes neuer, nachhaltiger Technologien.


Das könnte Sie auch noch interessieren
Foto: Shutterstock / Travel mania

Noch immer kämpft die Transport- und Logistikbranche mit den Folgen der Corona-Krise. Lasse Landt, Chief Financial Officer des IT-Lösungsanbieters…

Weiterlesen
Foto: Gebrüder Weiss / Kudrat

Der Logistiker übernimmt die Ersatzteildistribution des japanischen Automobilherstellers Toyota in Almaty.

Weiterlesen
Foto: Österreichische Post AG / Werner Streitfelder

Das Unternehmen veröffentlichte vor kurzem seine Zahlen für das erste Halbjahr 2022: Die Inflation und Unsicherheiten am Energiemarkt prägten die…

Weiterlesen
Foto: DB Schenker / Marc Wagner

Um für mehr Zuverlässigkeit und eine höhere Stabilität der Lieferketten zu sorgen, baut DB Schenker sein globales Flugstreckennetzwerk aus und hat nun…

Weiterlesen

Die eMOKON ist die größte Fachkonferenz für den dekarbonisierten Betrieb von Fahrzeugflotten für Gewerbe und Unternehmen in Österreich und hat zum…

Weiterlesen

Jettainer schenkt seinen ausgedienten Luftfrachtcontainern ein zweites Leben und lässt aus den robusten Materialien der Lademittel trendige…

Weiterlesen
Foto: Kühne+Nagel

Im Einklang mit den Null-Emissionszielen setzt der Logistiker sein Biokraftstoff-Konzept nun in die Tat um und verkündet, 40.000 TEU mit Biokraftstoff…

Weiterlesen

Der 29. Österreichische Logistik-Tag vollzieht den "Perspektivenwandel": Am 4. und 5. Oktober gehen wieder das Logistik-Future-Lab und der…

Weiterlesen
Grafik: Hupac

Trotz lebhafter Nachfrage stagnierte der Verkehr der Hupac im ersten Halbjahr 2022 mit einem Plus von 1% auf dem Vorjahresniveau. Negativ wirkte sich…

Weiterlesen
Grafik: Gasunie

Knotenpunkt für die Wasserstoffzukunft: Das niederländische Gas-Infrastruktur-Unternehmen Gasunie tritt der deutschen H2Global-Stiftung bei, die seit…

Weiterlesen

Schon gehört?

Der Podcast der Internationalen Wochenzeitung Verkehr in Kooperation mit Julia Schütze.

Hören Sie hier das Interview mit Andreas Matthä, CEO der ÖBB Holding.

Wenn Sie externe Inhalte von w.soundcloud.com aktivieren, werden Daten automatisiert an diesen Anbieter übertragen.

Termine

Forum Green Logistics 2022

Datum: 06. September 2022
Ort: thinkport VIENNA, Wien

Südhafenforum

Datum: 15. September 2022

InnoTrans 2022

Datum: 20. September 2022 bis 23. September 2022
Ort: Berlin, Deutschland

VNL Logistik-Forum Bodensee

Datum: 22. September 2022
Ort: Festspielhaus Bregenz

Mehr Termine

Verkehr im Austria Kiosk

Aktuelle ePaper-Ausgaben der Wochenzeitung Verkehr können Sie direkt im Austria Kiosk kaufen.