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Ein starkes Zeichen für die österreichische Logistik

Foto: bmvit
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Der Arbeitsausschuss Logistik zieht nach drei Jahren eine positive Bilanz. Eine Reihe von Maßnahmen konnten umgesetzt werden. Welche Schwerpunkte sind für 2018/2019 geplant?

2013 wurde (ausgehend vom 2012 erstellten Gesamtverkehrsplan für Österreich) vom bmvit eine gemeinsame Plattform für alle Interessengruppen im Bereich Güterverkehr und Logistik gebildet und ein Arbeitsgruppenprozess gestartet, um den Gesamtverkehrsplan zu konkretisieren. Das erklärte Ziel: Österreich als maßgebliche Logistikdrehscheibe in Europa zu positionieren. In vier Arbeitsgruppen wurde bis Ende 2014 ein Logistikplan bestehend aus 117 Maßnahmenvorschlägen erarbeitet.

Positives Resümee
Zur Vorbereitung und Begleitung der Maßnahmenumsetzung wurde der Arbeitsausschuss Logistik am 24. April 2015 gegründet. Bis jetzt konnten rund 50 Prozent der Maßnahmenvorschläge abgearbeitet werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen der bisherigen Diskussionen wird der Arbeitssauschuss auch in Zukunft weiterarbeiten. Die Aufgaben des Arbeitsausschusses Logistik bestehen vor allem in der Vorbereitung und Begleitung der Umsetzung der Maßnahmen des Arbeitsgruppenprozesses zur Konkretisierung des Gesamtverkehrsplans im Bereich Güterverkehr und Logistik. Zusätzlich können aktuelle Entwicklungen und Fragen im Bereich Güterverkehrslogistik aufgezeigt und diskutiert werden. Damit nimmt der Arbeitsausschuss auch eine beratende Rolle für das bmvit und die teilnehmenden Institutionen ein.

Einheitliche Kennzahlen
Eine ebenfalls schon seit Längerem innerhalb des Arbeitsausschusses Logistik diskutierte Maßnahme dreht sich um die Entwicklung eines international anerkannten und einheitlichen Kennzahlensystems für die Logistik. So gab es zuletzt immer wieder Kritik an dem von der Weltbank erhobenen internationalen Logistik Performance Index (LPI). Die breite Fächerung der erhobenen Kriterien für den LPI ist, laut Meinung des Arbeitsausschusses Logistik, vielfach zu stark auf den internationalen Warenaustausch fokussiert und geht zu wenig auf die heimischen Bedingungen ein. So wird u. a. bemängelt, dass im LPI Länder ohne direkten Hochseezugang ausschließlich durch ihre Binnenlage verzerrt bewertet werden. "Trotz ihrer durchaus unterschiedlichen Qualität werden derartige Indikatoren überaus gerne als subjektives Argumentationsinstrument für z. B. Standortentscheidungen, Betriebsansiedlungen etc. verwendet", so die kritische Stellungnahme des Arbeitsausschusses. Aus den genannten Gründen erstellte das bmvit gemeinsam mit dem Logistikum Steyr ein neues einheitliches Kennzahlensystem der Disziplin Logistik für Österreich, das den Namen "Austrian Logistics Indicator" tragen wird. Dieses soll künftig für Regionen in Österreich eine repräsentative und objektive Grundlage für die Ableitung von konkreten Handlungsempfehlungen dienen und nachvollziehbare Einschätzungen über die Wirksamkeit von getätigten Maßnahmen erlauben. Um den neuen Logistikindikator auf das internationale Niveau anzupassen, wurden die Kennzahlen von neun internationalen Indizes untersucht und die Eignung dieser für eine nationale Erhebung geprüft. Dies erfolgte im Rahmen von landesweiten Workshops in Zusammenarbeit mit Logistikern und Verladern aus Industrie und Handel sowie mit den relevanten Interessenvertretern. Die offizielle Vorstellung des "Austrian Logistics Indicators" ist für Juni 2018 geplant.

Schwerpunkte 2018/19
An der weiteren Attraktivierung der Berufsbilder in der Transportwirtschaft und Logistik wird weitergearbeitet. In diesem Zusammenhang wird vor allem für die allgemeine Logistikaus- und -weiterbildung die bereits bestehende Online-Plattform des Kompetenzzentrums Research and Education on Transport Logistics RETrans erweitert. An der Digitalisierung kommt der Arbeitsausschuss Logistik auch nicht vorbei, denn diese verändert auch die Arbeit entlang der Logistik- und Transportkette. Dementsprechend muss die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten an diese Herausforderungen angepasst werden. Ein weiterer Schwerpunkt wird sich mit dem Ausbau der Multimodalität im Güterverkehr und der Logistik beschäftigen, um die Nachhaltigkeitsziele Österreichs erreichen zu können. Zusätzlich finden derzeit die Anliegen der Logistiker bei der Raumordnung noch sehr wenig Beachtung. Auch das will der Arbeitsausschuss zukünftig ändern.

Foto: bmvit / Ranz / Mike Ranz
BM Norbert Hofer (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie – bmvit), inmitten des Arbeitsauschusses für Logistik, präsentiert die neue Marke. (v.l.n.r.:) Franz Greil (Arbeiterkammer – AK), Karl Delfs (Gewerkschaft vida), Monika Schuh (Industriellenvereinigung – IV), Roman Stiftner (Bundesvereinigung Logistik Österreich – BVL), BM Norbert Hofer (bmvit), Franz Staberhofer (Verein Netzwerk Logistik – VNL), Wolfram Senger-Weiss (Zentralverband Spedition & Logistik – ZV), Alexander Klacska (Wirtschaftskammer Österreich – WKO), Franz Schwammenhöfer (bmvit) und Oliver Wagner (ZV).

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