Wahl Logistik-ManagerIn 2016 | Wahl Logistik-Start-up 2016

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CARGOMETER GmbH

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CARGOMETER GmbH

3D-Vermessung von Ladegütern am fahrenden Gabelstapler

Gründer/Partner:

  • Michael Baumgartner
  • Ludwig Österreicher

Gründungsjahr: 2014

Worin sehen Sie die Innovation Ihres Produkts?

Michael Baumgartner: Die wertvollste Ressource beim Transport mit einem Lkw ist der Frachtraum. Damit ist das Volumen, das eine Palette einnimmt, eine wesent­liche Information. Derzeit ist die gängige Praxis so, dass diese Abmessungen nur geschätzt oder aus den Frachtpapieren übernommen, aber nicht tatsächlich vermessen werden. In der Stückgutlogistik wird sehr schnell umgeschlagen, das heißt, die Prozessabläufe sind zeitkritisch. Müsste jeder Gabelstapler in einer derartigen Halle zu einer zentralen Messstation fahren, würden sich mehrere Gabelstapler gleichzeitig für diesen Messvorgang anstellen. Wir sagen jetzt, dass die Messung an der Position stattfinden muss, wo die eigentlichen Vorgänge ablaufen, nämlich ­direkt am Ladetor, und zwar nicht nur an einem, sondern an jedem. Das können wir deshalb bewerkstelligen, weil wir über einen kostengünstigen Sensor verfügen. Unsere Messung hat auch den Vorteil, dass der Gabelstapler dafür nicht extra ­stehen bleiben muss, sondern die Palette ohne Beeinträchtigung der Umschlag­prozesse in der Bewegung vermessen wird.

Welchen Nutzen haben die Kunden?

Michael Baumgartner: Durch die Schätzung der Abmessungen werden derzeit mindestens 15% aller transportierten Paletten ein bis zwei Tarifgruppen zu niedrig eingeordnet. Mit genauen Volumeninformationen einer Sendung kann man aber den tatsächlich benötigten Frachtraum verrechnen. Das bringt den Speditionen eine Umsatzsteigerung von rund 5%. Wir bieten das erste praktikable Messsystem an, das sich genau mit diesem Kundenproblem auseinandersetzt. Der Spediteur erhält über ein 3D-Modell die genauen Werte der Palette hinsichtlich Länge/Breite/Höhe und kann dadurch sowohl feststellen, ob er mit dieser Ladung tatsächlich Geld verdient hat, als auch die Auslastung der Lkw ermitteln. Auf Basis dieser Ist-Auslastung kann das Transportnetzwerk optimiert und die Auslastung erhöht werden, die derzeit nur bei rund 60% liegt.

Wie wurde die Gründung des Unternehmens gefördert?

Michael Baumgartner: Wir haben das Produkt mittlerweile fertig entwickelt, den Marktstart begonnen und auch die ersten 15 Messsysteme verkauft. Diese werden gerade installiert und gehen Anfang November in Betrieb. Wir hatten langjährige Beratungserfahrung in der Branche, und das Kapital aus dieser Tätigkeit haben wir ins Unternehmen investiert. Die wichtigsten Fördergeber waren für uns AWS (JITU-Seed), INiTS Universitäres Gründerservice Wien GmbH (mit AplusB). Private Investoren sind bei uns seit 2015 als stille Teilhaber beteiligt und im Moment verhandeln wir mit einem langjährigen, österreichischen Logistikinsider/-unternehmer über eine direkte Beteiligung zur weiteren Finanzierung des europaweiten Rollouts.

Was sind Ihre Zukunftsvisionen?

Michael Baumgartner: Wir wollen nicht nur in naher Zukunft in diesem Markt der Marktführer werden, sondern den Sektor der Stückgutlogistik mit unserer Technologie revolutionieren. Denn die Auslastung der internationalen Netze wird immer wichtiger – da geht die Entwicklung in Richtung Big Data. Man wird mit dem bestehenden System nicht nur Messungen für eine bessere interne Preiskalkulation generieren, sondern kann auch mit den gesammelten Daten Berechnungen zur Auslastungsoptimierung anbieten. Für uns sind Deutschland und ­Europa die wichtigsten Zielregionen, aber auch auf den US-Markt können wir mit einem lokalen Partner expandieren. Was die weiteren Produktentwicklungen anbelangt, gibt es da noch so viele Dinge, die man vermessen kann, aber wir müssen uns vorher die entsprechenden Märkte gut anschauen.