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Der billionenschwere Code

Foto: Shutterstock.com / ktsdesign
Künstliche Intelligenz findet immer mehr Einzug in die Logistikbranche. Doch ihre Nutzung steckt - laut Experte - noch in den Kinderschuhen. Das Wertschöpfungspotenzial wird enorm hoch eingeschätzt.
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Das Wertschöpfungspotenzial der Künstlichen Intelligenz in der Logistik wird enorm hoch eingeschätzt. Doch wie soll diese Technologie die Branche verändern? Und wie soll sie eingesetzt werden?

Es scheint so, als würde kaum ein Monat vergehen, in dem nicht mindestens eine neue Studie veröffentlicht wird, die sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) in der Logistik befasst. Jeder, der schon mal auf einer Branchenmesse oder bei einer thematisch diesbezüglichen Veranstaltung war, hat mindestens einem Vortragenden zugehört, der diese neue Technologie als Revolution angepriesen hat. Eine Revolution, die von Algorithmen ausgeht, die wiederum aus einigen Zeilen (meistens einem hochgeheimen) Code bestehen. Daher muss man sich folgende Fragen stellen: In welcher Weise soll diese neue Technologie eingesetzt werden? Was kann man damit erreichen? Und was würde ihre Implementierung für die menschlichen Mitarbeiter bedeuten? Einige Antworten liefert der erst kürzlich veröffentlichte Bericht "Artificial Intelligence in Logistics", der von DHL und IBM erstellt wurde. Der Bericht zeigt, wie Künstliche Intelligenz die Branche verwandeln und eine neue Generation von intelligenten Logistikanlagen sowie operativen Paradigmen hervorbringen kann. KI-Systeme sind heute nämlich leistungsfähiger, zugänglicher und kostengünstiger denn je. Das zeigt sich auch an der Zahl der Start-ups, die mittels KI die Supply Chain in Echtzeit verfolgen und optimieren können - man denke an Firmen wie Evertracker.

Paradigmenwechsel hin zu proaktive Operationen
Der Einsatz von KI steckt jedoch nach wie vor in den Kinderschuhen. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat eine Umfrage unter ihren 900 Mitgliedern durchgeführt und ist zu dem Schluss gekommen, dass 60 Prozent der befragten Unternehmen KI lediglich zur Analyse von Daten nutzen. Dabei ist das Potenzial von Künstlicher Intelligenz - verschiedenen Experten zufolge - riesengroß. "Die heutigen technologischen, geschäftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen begünstigen einen Paradigmenwechsel hin zu proaktiven und vorausschauenden Logistikoperationen mehr als jemals zuvor", erläutert Matthias Heutger, Senior Vice President und Global Head of Innovation bei DHL. KI könnte demnach helfen, Probleme zu erkennen und zu beheben, bevor sie auftreten. Dass damit eine erhebliche Kostenersparnis einhergehen würde, sei nur am Rande erwähnt. Die Algorithmen hinter der Künstlichen Intelligenz verarbeiten große Mengen an Daten, führen unheimlich viele Berechnungen durch und können somit (unter Berücksichtigung unzähliger Faktoren) Schlüsse ziehen bzw. Entscheidungen treffen. Doch das ist nur der Anfang.

Die Logistikbranche nutzt bereits KI
Viele Branchen haben Künstliche Intelligenz erfolgreich in ihr Tagesgeschäft integriert, zum Beispiel im Bereich Engineering und Fertigung: Hier werden Produktion und Wartung in den Fertigungslinien mithilfe von KI-Systemen wie Bilderkennung und Dialogschnittstellen unterstützt. In der Automobilindustrie wird Künstliche Intelligenz massiv eingesetzt, um die Selbstlernfähigkeiten autonomer Fahrzeuge zu verbessern. Viele weitere Beispiele bezeugen, dass die Vorteile der Künstlichen Intelligenz in der Industrie einen Wandel hervorrufen werden. Mithilfe der Künstlichen Intelligenz wird die Logistikbranche ihr Betriebsmodell erneuern: weg vom reaktiven Handeln hin zu einer proaktiven und prädiktiven Vorgehensweise. Dies wird sich positiv auf verschiedene Tätigkeiten und Sektoren auswirken, wie zum Beispiel das Backoffice, den operativen Bereich und Aktivitäten mit Kundenkontakt. So nutzen KI-Technologien modernste Bilderkennung, um den Zustand von Sendungen und Anlagen zu verfolgen, einen vollständig autonomen Transport zu ermöglichen oder Schwankungen der globalen Sendungsmengen im Voraus zu prognostizieren. Künstliche Intelligenz erweitert die menschlichen Fähigkeiten und reduziert repetitive Aufgaben. Damit verlagert sich der Fokus der Logistikmitarbeiter auf anspruchsvollere Aufgaben.

Die Fortsetzung dieser Story finden Sie in der aktuellen Print-Ausgabe (VK 21/2018) oder im Austria Kiosk.



Weitere Themen in der Ausgabe 21/2018 ( + Logistikroundtable):

- Innovation erleben:
Die CeBIT ist eines der größten Business-Festivals für Innovation und Digitalisierung in Europa. Heuer stehen disruptive Trendthemen wie KI und VR im Fokus. Ein Vorbericht.

- "Eine Lösung für das Problem der Kabotage ist nicht in Sicht": Der Zustand der steirischen Straßen und Brücken wird schlechter, betont Peter Lackner, Spartengeschäftsführer Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Steiermark. Verkehr sprach mit ihm über die Kabotage, den Nacht-60er und wie der geforderte Bürokratieabbau aussehen könnte.

- Wie geht Digitalisierung? Bevor Unternehmen mit dem Digitalisieren beginnen, sollten sie wissen, was sie genau digitalisieren wollen, und sich diese Ziele vor Augen halten, raten Experten.

- Volvo präsentiert weiteren E-Lkw: Der Volvo FE Electric ist für schwerere Verteileraufgaben und die Abfallentsorgung in Städten bei einem Gesamtgewicht von bis zu 27 Tonnen konzipiert.

- Lufthansa wird Frachtraum für Brussels Airlines vermarkten: Ab Anfang September starten beiden Airlines die Zusammenarbeit in puncto Frachtraum-Management.

- Digital und intelligent zwischen China und dem Westen: Die "Neue Seidenstraße" und die Digitalisierung waren zwei der wichtigsten Themen der heurigen transport logistic China. Ein Nachbericht.

- Neue Wege in der Stadt finden: Der Lkw in der Stadt stellt eine große Herausforderung für Logistiker und Städteplaner dar. Weil Konsumenten online immer unbekümmert einkaufen, steigt die Zahl der Transporte und damit auch der Lkw in der Stadt. Wie soll man den Lkw-Verkehr in den Griff bekommen?

- Wünsche an die Politik: Peter Wanek-Pusset, Geschäftsführer Innofreight Gruppe.

 


+ LOGISTIKROUNDTABLE

- Arbeitsausschuss Logistik: Gute Bilanz nach drei Jahren Arbeit. Die teilnehmenden Experten im Arbeitsausschuss für Logistik ziehen eine positive Bilanz. Dabei gelang ein Interessenausgleich zwischen Arbeitgeber- und Arbeiternehmerseite mit dem Ziel, den Logistiksektor und den Wirtschaftsstandort Österreich durch verschiedene Maßnahmen wettbewerbsfähiger zu machen.


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