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Positive Aussichten für das Frachtgeschäft
Die AUA muss ihre Kosten senken und Erlöse steigern. Verkehr hat nachgefragt, was die geplanten Maßnahmen für das Frachtgeschäft bedeuten.
Auch wenn die Austrian Airlines nach wie vor fleißig Fracht transportieren, so ist für das Organisatorische dahinter inzwischen jemand anderer verantwortlich: Schließlich ist seit 1. Juli 2010 die Lufthansa Cargo weltweit für Vermarktung der AUA-Frachtkapazitäten sowie dem Handling zuständig. Einzig für Österreich ist die Sonderlösung "Austrian Lufthansa Cargo" geschaffen worden. Hasso Schmidt ist gemeinsam mit dem früheren Austrian-Cargo-Chef Franz Zöchbauer Geschäftsführer des Unternehmens.
Die geplante Restrukturierung hätte positive Auswirkungen auf das Frachtgeschäft. Dass die elf B737 ausgemustert werden und auf der Mittelstrecke nur mehr die A320-Familie eingesetzt wird, bringe eine einfachere Planung mit sich. So kann zum Beispiel die Boeing im Gegensatz zum Airbus keine Frachtcontainer unterbringen. Ein kurzfristiger Flugzeugtausch hatte daher immer wieder hektisches Umladen von Paletten in Container und umgekehrt zur Folge. Das entfällt künftig. Auch die Überarbeitung des Streckennetzes bringt Vorteile: "Wenn das Flugangebot nach Serbien, Bulgarien und Rumänien ausgeweitet wird, dann hilft uns das natürlich. Dann kann man noch mehr Verkehr aus und nach Osteuropa über Wien leiten", so Hasso Schmidt. Schon jetzt routet die Lufthansa Cargo von Asien nach Osteuropa gehende Fracht gezielt über Wien.
Umgekehrt funktioniert das ähnlich. Nachdem Redundanzen im Streckennetz beseitigt worden sind, wird Fracht zum Beispiel aus Ungarn oder Rumänien nicht mehr nach Frankfurt getruckt, sondern überwiegend nach Wien - und dann mit der AUA etwa an die US-Ostküste weitergeflogen. Für bessere Ergebnisse dreht natürlich auch die Austrian Lufthansa Cargo an ein paar Schrauben. In diesem Fall heißen sie Effizienz, Qualität und Ausbau: vereinfachte, automatisierte Prozesse, mehr E-Services, E-Freight, neue Stationen im Trucknetzwerk. "Im Einzelfall auch Flüge wie nach Varna oder Burgas. Dort haben wir bislang die Kapazitäten nicht genutzt", erzählt Schmidt.
Wachstum sieht er auch bei den Produkten, vor allem den höherwertigen. "Bei unserem Produkt 'cool.td', also gekühltem Transport, ist sicher ein zweistelliges Wachstum möglich. Bei Express rechnen wir mit einem Plus von fünf bis zehn Prozent." Trotz der Finanzkrise ist Schmidt zuversichtlich, dass 2012 ein erfreuliches Jahr wird. Schließlich hat der wichtige Japan-Verkehr bereits im vierten Quartal 2011 wieder kräftig angezogen - ein Trend, der sich heuer verstärken könnte. "Zusätzlich nehmen die Verkehre nach China zu. Wir haben deutliche Anzeichen, dass das starke Ungleichgewicht zwischen chinesischen Importen und Exporten weiter reduziert wird", betont Schmidt.
Autor: Johannes Stuhlpfarrer
